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Elektrosmog


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So sparen Sie Gas und Öl

Faktoren, die die Energieverbrauchspreise beeinflussen

Von 2000 haben sich die Energiepreise zum Teil dramatisch verteuert. So stieg beispielsweise der Rohölpreis in der Zeit zwischen 2000 und Mitte 2008 auf das Viereinhalbfache. Trotz anschließenden Preisverfalls liegt er im ersten Quartal 2012 immer noch mehr als das Vierfache über dem 2000-er Preisniveau. Eine Vielzahl von Faktoren wirken auf die Entwicklung der Energiepreise ein. Dabei kommt dem Rohöl als "Leitenergie" eine besondere Bedeutung zu. Aus diesem Grund sollen die wichtigsten Einflussfaktoren auf den Rohölpreis an dieser Stelle näher beleuchtet werden. Für die anderen Energieträger (insbesondere Erdgas und Kohle), deren Preise mehr oder weniger dem Verlauf des Rohölpreises folgen, gelten ähnlich aber auch spezifische Einflussfaktoren. Zu den wichtigsten Einflussfaktoren für Rohöl gehören:

Zunehmender Weltenergieverbrauch


Der weltweite Hunger nach (fossilen) Energieträgern ist nach wie vor ungebrochen und hat sich seit Beginn der 70er Jahre nahezu verdoppelt (derzeitiger Nachfragetrend: plus rund 1,5 Prozent pro Jahr). Öl deckt annähernd ein Drittel des weltweiten Primärenergieverbrauches ab. Momentan werden täglich um die 85 Millionen Fass (Barrel) Rohöl verbraucht bzw. angeboten. Dabei ist der Energiehunger der Industriestaaten derzeit noch die dominante Größe, da allein die USA vom derzeitigen Angebot täglich rund 20 Millionen Barrel (Fass) Rohöl benötigen (die Bundesrepublik verbraucht rund 3 Millionen Barrel täglich). China hat jedoch seinen Verbrauch innerhalb weniger Jahre verdoppelt (derzeitiger täglicher Verbrauch ca. 6 Millionen Barrel) und Indien folgt China auf dem Fuße.

Der weltweit anhaltenden Trend zu absoluter Nachfragesteigerung konnte bislang durch die zunehmende Energieeffizienz (als Maß für die eingesetzte Energie pro produzierte Einheit Bruttosozialprodukt) in den Industrienationen allenfalls gedämpft nicht aber gestoppt werden.

Die zwischenzeitliche Phase gedämpfter Ölnachfrage war auf die weltweit abgeschwächte Konjunktur zurückzuführen. Sie war letztendlich Ursache für den einmaligen Preisverfall beim Rohöl seit Mitte 2008. Das Ausmaß dieses Preisverfalls hatte zur Folge, dass Investitionen zur Erschließung neuer Erdölfelder nur zögerlich erfolgten oder verschoben wurden. Nun aber stehen die Zeichen eher auf Erholung der weltweiten Konjunktur, und mithin ziehen die Preise wieder an. Es ist nicht ausgeschlossen, dass es binnen kurzer Frist zu neuen Ölpreisschübe kommt, die womöglich sogar die 2008-Rekordmarke übersteigen.

Endlichkeit der Ressourcen


Im Gegensatz zum Trend weltweit steigender Ölnachfrage stagniert das Angebot. Der Effekt rückläufiger Förderung zum Beispiel in den USA, in Norwegen und Großbritannien wird derzeit nicht durch neu erschlossene Rohölquellen ausgeglichen, sondern teilweise durch höhere Ausbeutungsgrade noch vorhandener Quellen.

Daher taucht in Diskussionen über die Zukunft der Energieversorgung und der Energiepreisentwicklung zunehmend der Begriff ‚Peak oil’ auf. Damit wird ein Ölfördermaximum bezeichnet, das in Gestalt einer Glockenkurve dann erreicht wird, wenn etwa die Hälfte des förderbaren Öls bereits gefördert ist. Ob dieser Punkt tatsächlich bereits erreicht oder gar überschritten ist, ist in der Fachwelt heftig umstritten. Mit der derzeitigen Förederkapazität von rund 85 Millionen Barrel (Fass) Öl pro Tag liegt die weltweite Ölförderung auf historisch sehr hohem Niveau und es gibt derzeit keine belastbaren Anhaltspunkte dafür, dass sich das Förderniveau deutlich und vor allem dauerhaft erhöhen ließe; die Erschließung neuer Erdölfelder könnte den Erschöpfungseffekt bestehender Erdölquellen mithin auch lediglich dämpfen, nicht einmal ausgleichen.

Spekulation


In den zurückliegenden Jahren sind Rohstoff- und speziell Ölbörsen als alternative Anlagemöglichkeit genutzt worden. Insbesondere Hedgefonds weiteten im Vorfeld der Finanz- und Wirtschaftskrise ihre Aktivitäten in dem Maße auf diese Anlagemöglichkeiten aus, wie die herkömmlichen Anlagemöglichkeiten (angesichts der drohenden Finanz- und Wirtschaftskrise) an Attraktivität verloren. Da weniger mit realen Produkten als mit Erwartungen an die Nachfrage bzw. Preise von morgen gehandelt wird, erstaunt es nicht, dass an den Terminbörsen das Handelsvolumen solcher Kontrakte vieltausendmal höher liegt als das Volumen der physisch gehandelten Ölmengen. Das bedeutet, dass schnelle und spürbare Preissprünge bereits dann auf Verbraucher zukommen können, wenn genügend Wetten eingehen, die einen entsprechenden Zeitpunkt als gekommen ansehen. Die Nervosität der Börsen wird in dem Maße steigen, wie ‚Peak oil’ näher zu rücken scheint oder/und politische Krisen in der Region Unruhe auslösen.

Politische Einflussfaktoren


Die größten Erdöl- und große Erdgasreserven befinden sich in der Region zwischen kaspischem Becken und Persischem Golf; dieses Territorium wird oft auch als "strategische Ellipse" bezeichnet. Unter Einbeziehung des Irans und Iraks verfügt die gesamte Region über rund zwei Drittel der Weltöl- und rund ein Drittel der globalen Erdgasreserven. Dabei gelten 10 der 14 führenden Rohöl exportierenden Staaten als politisch instabil, so dass innenpolitische Auseinandersetzungen oder mit militärischen Mitteln ausgetragene Konflikte untereinander (bzw. unter Einbeziehung der Weltmächte) alles andere als unwahrscheinlich sind. So können auch kleinere regionale Auseinandersetzungen bereits zu empfindlichen Einschränkungen der Erdölversorgung und damit zu explosionsartigen Preissprüngen auf dem Weltmarkt führen.



Nachgewiesene Welt-Erdölreserven
Ölreserven 2005: Graphische Darstellung der Ölreserven laut BP Statistical Review 2004. Die Karte zeigt die Kontinente mit Ihren Reerven und lenkt die Aufmerksamkeit auf die "Strategische Elipse", dem nahen Osten, in dem 71% der Welterdölreserven und 69% der Welterdgasreserven lagern (sollen).



Wechselkurse US-Dollar zu Euro


Der starke Anstieg der Rohölpreise auf der Verrechnungsbasis US-Dollar ist 2008 für die Euro-Zone relativ glimpflich verlaufen. Ursache hierfür war der für europäische (Energie)Verbraucher vorteilhafte Verlauf des Wechselkurs von US-Dollar zu Euro.


Link öffnet in neuem FensterAktuelle Wechselkurse im Überblick

Link öffnet in neuem FensterRelativer Rohölpreisanstieg in Euro gegenüber US-Dollar

Allerdings kann sich der derzeit für Europas Energieverbraucher überwiegend günstige Wechselkurs auch wieder ändern.

Gegenläufige Tendenzen


Hohe Energie- und Rohölpreise lösen Reaktionen aus, die sowohl den Verbrauch verringern als auch das Angebot vergrößern und so die Preisentwicklung dämpfen können. Ob diese Effekte allerdings von Dauer sind, bleibt fraglich. Denn Einschränkungen im Verhalten können schnell wieder aufgegeben werden, während Investitionen in Energieeffizienz (beispielsweise eine Wärmedämmung) anhaltend Öl und Gas einsparen. Auch das Angebot kann dauerhaft nur erhalten werden, wenn sich neue Vorräte erschließen lassen. Das ist mit verhältnismäßig hohen Kosten verbunden, aus denen ein relativ hoher Energiepreis resultiert. Zudem ist nicht ausgeschlossen, dass höhere Umwelt- bzw. Sicherheitsauflagen zu einer Verteuerung der Erdölförderung führen werden.

Fazit und Ratschlag für Verbraucher
Der steile Anstieg der Rohölpreise insbesondere im Jahr 2008 war für (europäische) Verbraucher eine große Belastung und hätte bei anhaltender Wirkung ohne ausgleichende politische Aktivitäten zu verschärften sozialen Auseinandersetzungen führen können. Für den Klima- und Ressourcenschutz bietet diese Entwicklung jedoch auch einige positive Ansätze. Eine gute und für europäische Verhältnisse relativ einfach zu realisierende Maßnahme besteht darin, den Verbrauch von Energie durch den Einsatz von Kapital und Arbeit deutlich zu verringern. Somit kann eine Strategie, die auf Energiesparen (etwa durch Verhaltensänderung), Erhöhung der Energieeffizienz (beispielsweise durch effiziente Wärmedämmmaßnahmen) und Einsatz unerschöpflicher Energieträger setzt, sowohl umwelt- als auch entwicklungspolitisch positive Impulse auslösen. Nicht zuletzt lassen sich mit dieser Strategie auch – bei richtiger politischer Setzung der Rahmenbedingungen – dauerhaft für jeden Verbraucher Heiz- und Stromkosten einsparen. Es ist daher für Verbraucher ebenso vorteilhaft wie ratsam, bei allen Entscheidungen, die sich auf ihre Heiz- und Stromkosten auswirken können, in absehbarer Zukunft von einem deutlich höheren Energiepreisniveau als in den zurückliegenden Jahren und Jahrzehnten auszugehen. Der momentane noch nicht endgültig abgeschlossene Effekt der im Preisverlauf gedämpften Ölpreisentwicklung ist aus unserer Sicht eher eine Atempause und wird absehbar nicht lange anhalten. Er eröffnet Verbrauchern jetzt die Möglichkeit, sich vorausschauend um die Verringerung des eigenen Energieverbrauches zu kümmern und so bei erneutem Anstieg der Energiepreise gut gewappnet zu sein.

Dieses Dokument ist aus dem Internet-Auftritt der
Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen e.V., Mintropstraße 27, 40215 Düsseldorf
Sie finden es im Internet unter: http://www.vz-nrw.de/link538801A.html