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Immer mehr Lebensmittel werden über das Internet eingekauft. Verkaufsplattformen wie e-bay oder Internetshops bieten mittlerweile fast alle erdenklichen Produkte an, von Nahrungsergänzungsmitteln, Sportlernahrung, Saft, Tee, Gewürzen, Tiefkühl-oder Räucherfisch, spanischen oder asiatischen Lebensmitteln bis hin zu Wein und Spirituosen. Käufer erwarten beim Online-Einkauf die gleiche Sicherheit wie im Supermarkt um die Ecke. Doch die Praxis sieht anders aus. Denn während Supermärkte und Lebensmittelhersteller mit Kontrollen der amtlichen Lebensmittelüberwachung rechnen müssen, stellt der Online-Vertrieb die Behörden vor erhebliche Probleme: Viele Internethändler für Lebensmittel kommen ihrer Pflicht zur Registrierung bei den Behörden nicht nach und müssen von der Überwachung erst mühsam aufgespürt werden. Außerdem dürfen die Online-Verkäufer von Lebensmitteln (noch) auf viele der auf Verpackungen und an Regalen vorgeschriebenen Angaben verzichten.
Illegale Produkte im Netz
Verschiedene
Untersuchungen des Chemischen und Veterinäruntersuchungsamtes Karlsruhe zum Angebot von Anti-Aging-Produkten, Schlankheitsmitteln, Sportlernahrungsmitteln und alkoholischen Getränken zeigen: Im Internet werden illegale Produkte vertrieben und mit nicht zulässigen Aussagen beworben. Die erschreckenden Ergebnisse:
- Schlankheitsmittel enthalten häufig nicht zugelassene Stoffe.
- Angebliche Nahrungsergänzungsmittel enthalten zum Teil verschreibungspflichtige Inhaltsstoffe.
- Sportlernahrung wird oft (illegal) damit beworben, dass der Testosteronspiegel steigt.
- Alkoholische Getränke werden massiv unzulässig als bewusstseinserweiternd oder euphorisierend beworben .
- Bei Alkoholika wurden häufig Grenzwerte für Inhaltsstoffe überschritten.
- Der Jugendschutz wird vernachlässigt, da keine oder eine völlig unzureichende Alterskontrolle stattfindet.
Nach Aussage des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit nimmt die Zahl der Internetverkäufe von Lebensmitteln, die nicht den Vorschriften entsprechen, zu. Auch
empfohlene Online-Gütesiegel wie "EHI-geprüfter Online-Shop" oder TÜV-Siegel bieten hier keine Sicherheit. Sie treffen zwar Aussagen über die Sicherheit beim Vertragsabschluss, nicht aber über die Qualität und Sicherheit der Lebensmittel.

