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Schritt für Schritt – von der Planung bis zum fertigen Schulessen

Jemand hinterrlässt Fussabdrücke am StrandImmer mehr Kinder und Jugendliche verbringen einen Großteil des Tages in der Schule. Die Einführung einer Schulverpflegung wird somit zunehmend notwendiger. Wir beschreiben Ihnen die wichtigsten Schritte von der Planung bis zum fertigen Essen.

Gründung eines Arbeitskreises
Vor der Einführung einer Schulverpflegung müssen viele organisatorische Fragen geklärt werden.Daher ist eine konkrete Arbeits- und Zeitplanung unverzichtbar. Die Gründung eines Arbeitskreises mit allen an der Organisation der Verpflegung beteiligten Gruppen wie z. B. der Schulleitung, des Kollegiums, der Elternschaft, des Trägers der Betreuung und der Schule sowie einer Schülervertretung ist empfehlenswert.
  • Ermitteln Sie vorab die Wünsche und Erwartungen der Schulgemeinschaft und klären die zu erwartenden Essenszahlen, den Raumbedarf für Küche und Speisesaal und die Möglichkeiten der Finanzierung.

Auswahl des Verpflegungssystems
Welches Verpflegungssystem für die Schule in Frage kommt, wird u. a. durch die finanziellen und räumlichen Rahmenbedingungen bestimmt.
  • Holen Sie Informationen zu den verschiedenen Verpflegungsmöglichkeiten vor Ort ein, diskutieren Sie die Vor- und Nachteile der verschiedenen Varianten und treffen Sie danneine Entscheidung für ein Verpflegungssystem.

Kostenkalkulation für die Mittagsverpflegung
Bei der Einführung des Verpflegungssystems muss die Schule sich im Vorfeld intensiv mit dem Thema Kosten auseinander setzen.
  • Verschaffen Sie sich einen Überblick über die zu erwartenden Kosten, Möglichkeiten der Finanzierung (z. B. Zuschüsse) und über die finanzielle Situation der Familien, die das Ganztagsangebot nutzen werden.
  • Führen Sie eine Diskussionsveranstaltung mit den Eltern zum Thema: "Qualitätsstandards und Kosten" durch, um die betroffenen Familien einzubinden.

Qualitätsstandards und Empfehlungen für die Speiseplangestaltung
Da die Mittagsmahlzeit einen wesentlichen Beitrag zur Deckung des täglichen Nährstoffbedarfs leistet, sollte sie folgende Komponenten beinhalten:
  • täglich "Sättigendes" wie z. B. Kartoffeln, Vollkornreis oder Nudeln
  • täglich Gemüse oder Rohkost und außerdem
  • Fleisch, Fisch oder vegetarische Komponenten
  • Trinkwasser
  • täglich frisches Obst, immer frei verfügbar.
  • Bei der Speiseplangestaltung sollten Sie ein Menüzyklus von mindestens vier Wochen anstreben und Wünsche der Schülerinnen und Schüler aufnehmen.
  • Berücksichtigen Sie ethnische und religiöse Aspekte. Auch Kindern und Jugendliche mit Allergien bzw. krankheitsbedingten Einschränkungen bei der Lebensmittelauswahl sollte die Teilnahme am Schulessen möglich sein.
  • Gestalten Sie die Schulverpflegung so, dass ausschließlich gesundheitsfördernde Alternativen zur Auswahl stehen ("healthy choices").
  • Informieren Sie sich anhand der Speisepläne über das Angebot verschiedener Lieferanten und orientieren Sie sich dabei an den Link öffnet in neuem Fenster"Qualitätsstandards für die Schulverpflegung" der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE).
  • Überprüfen Sie die Speisepläne mit Hilfe der Link öffnet in neuem FensterChecklisten und erarbeiteten Sie ein Leistungsverzeichnis, das Sie mit dem Caterer absprechen.

Mittagessen als Gemeinschaftserlebnis
Bei einer gemeinsamen Mittagsmahlzeit können sich die Schülerinnen und Schüler vom langen Vormittag erholen. Damit dies gelingt, muss das angebotene Essen nicht nur geschmacklich überzeugen, sondern auch gut aussehen. Neben einer fettarmen Zubereitung sind geringe Warmhaltezeiten erforderlich. Vom Produktionsende bis zur Essensausgabe sollten maximal drei Stunden vergehen. Hygienevorschrifen in der Küche und zum Umgang mit Lebensmitteln müssen generell eingehalten werden. Entscheidend für die Akzeptanz sind auch die Rahmenbedingungen. So sollte die Schule ausreichend lange Essenspausen in einer ansprechenden Umgebung vorsehen.
  • Schaffen Sie eine angenehme Speiseraumatmosphäre und stellen Sie Regeln rund um das Mittagessen auf, um einen reibungslosen Ablauf zu gewährleisten. Gewinnen Sie Lehrerinnen und Lehrer, Betreuerinnen und Betreuer, die an der gemeinsamen Mahlzeit teilnehmen.

Rechtlichen Rahmenbedingungen
Eine Schule, die Speisen anbietet, muss sich mit den für die Gemeinschaftsverpflegung geltenden rechtlichen Bestimmungen befassen.
  • Nehmen Sie Kontakt mit den zuständigen Behörden (Lebensmittelüberwachungsamt, Gesundheitsamt, Ordnungsamt) auf und lassen sich beraten.
  • Informieren Sie sich über den Inhalt der relevanten Gesetze und Verordnungen. Sorgen Sie dafür, dass alle an der Mittagsverpflegung Beteiligten über Inhalt und Bedeutung der Gesetzte informiert sind.

Einbindungen der Eltern
Die Schule übernimmt mit dem Angebot der Mittagsmahlzeit Aufgaben, die ehemals den Familien vorbehalten waren.
  • Informieren Sie die Eltern regelmäßig über den aktuellen Stand und beziehen Sie die Eltern bei allen Diskussions- und Entscheidungsprozessen ein.

Damit gesunde Ernährung auch in Zukunft in Ihrer Schule umgesetzt wird, nehmen Sie das Thema Schulverpflegung und Ernährungsbildung ins Schulprogramm auf. - Viel Erfolg!

Dieses Dokument ist aus dem Internet-Auftritt der
Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen e.V., Mintropstraße 27, 40215 Düsseldorf
Sie finden es im Internet unter: http://www.vz-nrw.de/link701891A.html