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Pressemitteilung der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen

10.06.2010
Nachbesserung EU-Verbraucherkreditrichtlinie
Restschuldversicherung als Alternative anbieten

vz/nrw Kreditinstitute müssen künftig die Kosten für Restschuldversicherungen bei der Berechnung des Effektivzinssatzes berücksichtigen. So sieht es die neue EU-Verbraucherkreditrichtlinie vor. "Diese Vorgabe erweist sich in der Praxis als Papiertiger", fordert Klaus Müller, Vorstand der Verbraucherzentrale NRW, schnelle Nachbesserungen: "Wirkungsvoller Verbraucherschutz wäre die Maßgabe, dass Verbrauchern ein Darlehen sowohl mit als auch ohne Restschuldversicherung angeboten werden muss." Statt Kredit und Restschuldversicherung in der Regel im Paket zu verkaufen, sieht der NRW-Verbraucherzentralenvorstand Banken und Sparkassen in der Pflicht, ihren Kunden jeweils die Angebotsalternative zu unterbreiten, damit sie überlegen und entscheiden können, ob der Risikoschutz überhaupt benötigt wird.

Am 11. Juni ändert sich einiges für Verbraucher, die einen Kredit aufnehmen wollen. Dann nämlich wird die EU-Verbraucherkreditrichtlinie in deutsches Recht umgesetzt. Die Richtlinie schränkt unter anderem die irreführende Werbung mit Niedrigzinsen ein und erleichtert es Verbrauchern, Kredite zu kündigen.

Wichtige Neuerungen auf einen Blick:
• Die Verbraucherkreditrichtlinie soll die Position von Verbrauchern gegenüber Kreditinstituten in einigen wesentlichen Punkten verbessern. So müssen Kreditinstitute ihre Kunden künftig schon vor dem Abschluss eines Darlehensvertrags über die wesentlichen Bestandteile eines Kredits informieren. Dadurch soll Verbrauchern der Vergleich verschiedener Angebote erleichtert werden. Banken und Sparkassen müssen künftig unter anderem den Nettodarlehensbetrag, den Soll-Zinssatz und den effektiven Jahreszins inklusive aller Nebenkosten ausweisen. Auch müssen sie Verbraucher auf ihr 14-tägiges Widerrufsrecht hinweisen.
• Die Richtlinie soll zugleich die irreführende Werbung mit besonders niedrigen Zinssätzen einschränken. Künftig dürfen Institute nur noch mit Zinssätzen werben, die mindestens zwei Drittel der Kunden auch tatsächlich erhalten.
• Kreditinstitute dürfen einen unbefristeten Darlehensvertrag künftig nur noch kündigen, wenn beim Vertragsschluss eine mindestens zweimonatige Kündigungsfrist vereinbart wurde. Verbraucher können unbefristete Verträge dagegen jederzeit kündigen. Die Kündigungsfrist darf dabei einen Monat nicht überschreiten. Zudem können Verbraucher den Kredit jederzeit ganz oder teilweise zurückzahlen. Allerdings darf die Bank bei Krediten mit festen Zinsen für solche Fälle eine Vorfälligkeitsentschädigung verlangen. Diese ist auf höchstens 1 Prozent des vorzeitig zurückgezahlten Betrags begrenzt.

Fragen und Antworten zur Verbraucherkreditrichtlinie findet man unter
www.vz-nrw.de/verbraucherdarlehen



Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung wiedergibt.


Dieses Dokument ist aus dem Internet-Auftritt der
Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen, Mintropstraße 27, 40215 Düsseldorf
Sie finden es im Internet unter: http://www.verbraucherzentrale-nrw.de/link746781A.html