Direkt zum Inhalt
  • Seite drucken
  • Seite empfehlen
  • Warenkorb
  • Fragen zum Auftritt?
  • Tipps zur Schriftgrößenänderung

Weitere Beiträge

Kontakt:
Pressestelle der
Verbraucherzentrale NRW
Mintropstraße 27
40215 Düsseldorf


Audiocodec-Service

So finden Sie uns

Hinweis für Verbraucher: Unter der angegebenen Rufnummer erhalten Sie keine Auskunft oder Beratung

Aktuelle Ergebnisse der

Stiftung Warentest

Kreditzinsen

Kreditfallen vermeiden

Weitere Beiträge

Adressen zur Veröffentlichung:

Infos für Verbraucher:
Internet: www.vz-nrw.de

Ratgeberbestellungen:
Internet: www.ratgeber-vz.de
E-Mail: ratgeber@vz-nrw.de
Tel: (0211) 38 09 555
montags - freitags: 9.00 bis 16.00 Uhr
Fax: (0211) 38 09 - 235
Verbrauchertelefon NRW:
Tel: 0900-1-89 79 69
(1,86 Euro/Min. aus dem deutschen Festnetz, Mobilfunkpreise abweichend)

Pressemitteilung der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen

18.06.2010
Unseriöse Kreditvermittler: Gesetzgeber muss Profiteuren der Armut das Handwerk legen

Sie werben mit problemloser Kreditvergabe selbst bei angespannten Finanzen – und bringen klamme Schuldner damit erst recht in prekäre Lagen. Denn statt der erhofften Barschaft bieten unseriöse Kreditvermittler entweder gar nichts oder nur zusätzliche überflüssige Dienstleistungen, für die sie saftig kassieren. "Den Armutsprofiteuren muss wirkungsvoll das Handwerk gelegt werden", mahnt NRW-Verbraucherzentralenvorstand Klaus Müller beim Gesetzgeber klare Regelungen an: "Nur wenn ein Darlehen aufgrund der Bemühungen des Kreditvermittlers tatsächlich ausgezahlt worden ist, darf er auch einen Anspruch auf Vergütung und Erstattung seiner Auslagen haben." Der Bundesgesetzgeber habe versäumt, bei der Umsetzung der
EU-Verbraucherkreditrichtlinie den vorhandenen Gestaltungsspielraum zu nutzen und durch eine entsprechende Regelung effektiven Verbraucherschutz festzuschreiben.

Zwischen drei und vier Millionen Privathaushalte sind in Deutschland überschuldet. Mit Slogans wie "Kredit ohne Schufa" gehen unseriöse Kreditvermittler auf Kundenfang und suggerieren, dass auch Kreditsuchende mit schlechter Bonität vermeintlich problemlos einen Kredit bekommen können. "Doch vielfach werden Kreditsuchende in zahlreichen Schreiben bloß hingehalten, es werden weitere Dokumente und Informationen angefordert und es wird zum Abschluss von Versicherungen und Sparverträgen aufgefordert, um die Chancen zur Gewährung des Kredits zu erhöhen. Mit fadenscheinigen Begründungen wird dieser dann aber dennoch abgelehnt.

Zeitgleich werden hohe Auslagenerstattungen gefordert und vorsichtshalber schon einmal mit Inkasso und sofortiger Pfändung gedroht", beschreibt der Verbraucherzentralenvorstand das Handwerk der unseriösen Kreditvermittler. Das Geschäftsmodell beruhe gerade darauf, keine Vermittlungsversuche zu unternehmen, da die vermeintlichen Vermittler ohnehin schon durch "Aufwandspauschalen", "Bearbeitungsgebühr" oder "Aufwandsentschädigung" gut kassierten. Denn die meisten der durch Inkassoforderungen und die Androhung sofortiger Pfändungen eingeschüchterten Schuldner bezahlten angebliche Auslagen oder Gebühren für die überflüssigen Dienstleistungen der unseriösen Kreditvermittler.

Um den Profiteuren der Armut den Geldhahn zuzudrehen, fordert die Verbraucherzentrale NRW Verbesserungen beim Verbraucherschutz: Der Gesetzgeber müsse in § 655 d Satz 2 des Bürgerlichen Gesetzbuchs die Möglichkeit streichen, dass Auslagen auch ohne erfolgreiche Kreditvermittlung in Rechnung gestellt werden dürfen. "Diese Option hatte die entsprechende EU-Verbraucherkreditrichtlinie den Mitgliedsstaaten ausdrücklich eröffnet", zeigt der NRW-Verbraucherzentralenvorstand den vom Gesetzgeber nicht genutzten Gestaltungsspielraum auf.

In der Aktionswoche der Arbeitsgemeinschaft Schuldnerberatung der Verbände (AG SBV) vom 21. bis 25. Juni 2010 informiert auch die Verbraucherzentrale NRW in ihren Beratungsstellen unter dem Motto "Geschäfte mit der Armut" über Praktiken unseriöser Kreditvermittler und gewerblicher Schuldenregulierer.


Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung wiedergibt.


Dieses Dokument ist aus dem Internet-Auftritt der
Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen, Mintropstraße 27, 40215 Düsseldorf
Sie finden es im Internet unter: http://www.verbraucherzentrale-nrw.de/link749231A.html