- Auch Rentner brauchen eine eiserne Reserve
- Versicherungsschutz - was ist wichtig, was unnötig?
- Rentner sollten schuldenfrei sein
- Risiko? Höchstens in Maßen
- Ausgezahlte Lebensversicherungen neu anlegen
1. Auch Rentner brauchen eine eiserne Reserve
Eine Liquiditätsreserve für unvorhergesehene Ausgaben sollte jeder zur Verfügung haben - ob er im Erwerbsleben steht oder im Ruhestand lebt. Für Erwerbstätige gilt dabei die Faustregel, dass zwei bis drei Nettomonatsgehälter ausreichen. Als Ruheständler sollten Sie Ihren Bedarf allerdings etwas höher ansetzen. Das hat vor allem zwei Gründe: Erstens ist Ihr Monatseinkommen in der Regel geringer, und zweitens kommen unvorhergesehene Ausgaben etwas häufiger vor - denken Sie etwa an die Selbstbeteiligung bei Gesundheitsleistungen. Der beste Aufbewahrungsort für Ihre Liquiditätsreserve ist ein gut verzinstes Tagesgeldkonto - es bringt bessere Zinsen als ein Girokonto und ist flexibler als das gute alte Sparbuch mit seinen Kündigungsfristen.
2. Versicherungsschutz - was ist wichtig, was unnötig?
Wenn Sie Rentner werden, ändert sich Ihr Versicherungsbedarf grundlegend. Eine Berufsunfähigkeitsversicherung oder eine Krankentagegeldversicherung brauchen Sie nun nicht mehr. Kapitalbildende Lebensversicherungen werden möglicherweise ausbezahlt (siehe unten).
Ganz ohne Versicherungsschutz geht es aber auch als Rentner nicht. Eine private Haftpflichtversicherung bleibt in jedem Fall wichtig. Auch Hausrat- und Gebäudeversicherungen können sinnvoll sein. Wenig lohnenswert sind dagegen in der Regel speziell auf Senioren zugeschnittene Versicherungspakete.
In jedem Fall sollten Sie überprüfen, ob Ihre Versicherungen wirklich zu Ihrem Bedarf passen und sich im Zweifel bei einer Verbraucherzentrale in Ihrer Nähe beraten lassen.
3. Rentner sollten schuldenfrei sein
In aller Regel verdienen Sie nach dem Eintritt ins Rentenalter weniger als während Ihres aktiven Berufslebens. Entsprechend sollten Sie auch Ihre Ausgaben reduzieren, um Ihren Lebensstandard halten zu können. Ein wichtiger Schritt dazu ist die Senkung etwaiger Kosten für Kredite. Grundsätzlich gilt dabei die Regel: Im Rentenalter sollten Sie schuldenfrei sein.
Um das zu erreichen, haben Sie vor allem zwei Instrumente zur Verfügung:
- Vereinbaren Sie eine hohe vertragliche Tilgung. Wer in jungen Jahren einen Baukredit aufnimmt, tilgt anfänglich oft nur 1 Prozent der Kreditsumme im Jahr. Wenn Sie 50 oder älter sind, sollten Sie dagegen eine deutlich höhere vertragliche Tilgung vorsehen. Mindestens 5 Prozent sind erforderlich.
- Sondertilgungen: Wenn Sie die Möglichkeit von Sondertilgungen in Ihrem Kreditvertrag haben, können Sie bis zu einer bestimmten Obergrenze zusätzliche Rückzahlungen leisten. Dadurch reduzieren Sie die Kreditsumme schneller - und Ihre Zinslast ebenfalls.
4. Risiko? Höchstens in Maßen
Wenn Sie älter werden, ändern sich die Anforderungen an Ihre Geldanlagen. Sicherheit tritt stärker in den Vordergrund. Das liegt daran, dass Rentner in der Regel zumindest zum Teil von ihrem Vermögen - oder den Erträgen daraus - leben. Große Ertrags- oder gar Wertschwankungen sind daher in der Regel nicht wünschenswert. Am besten sollten Sie daher schon einige Jahre vor Rentenbeginn Ihr Engagement in riskanten Anlageformen wie Aktien oder Aktienfonds zurückfahren. Auch Anlageformen, bei denen Anleger lange nicht an ihr Geld kommen (etwa Bausparpläne), sind für Sie als Rentner möglicherweise ungeeignet.
Der Schwerpunkt Ihrer Geldanlage sollte in der Regel deshalb auf sicheren Produkten liegen. Festgeldkonten und Sparbriefe oder Bundeswertpapiere kommen dabei in Frage. Wenn Sie mit dem Risiko umgehen wollen und können, können Sie aber auch einen geringen Teil Ihres Vermögens in Aktien und andere riskantere Anlageformen stecken.
Vor allem, wenn es um höhere Beträge geht, sollten Sie sich nicht allein auf Ihren Bankberater verlassen, sondern einen anbieterunabhängigen und neutralen Berater hinzuziehen. Entsprechende Angebote gibt es bei den Verbraucherzentralen, aber auch von selbstständigen Honorarberatern. Die Verbraucherzentrale NRW hat zudem eine Checkliste zur Vorbereitung auf Beratungsgespräche zur Geldanlage erarbeitet, die Sie kostenlos im Internet auf www.verbraucherfinanzwissen.de herunterladen können.
5. Ausgezahlte Lebensversicherungen neu anlegen
Wenn Sie während Ihres Berufslebens mit einer kapitalbildenden Lebensversicherung für den Ruhestand vorgesorgt haben, dann haben sie nach dem Renteneintritt meist einen großen Geldbetrag zur Verfügung. In diesem Fall ist eine Frage naheliegend, die sich Ihnen bisher vielleicht nicht allzu oft aufgedrängt hat: Wohin mit dem vielen Geld?
Eine nahe liegende Möglichkeit ist, das Geld in die oben genannten sicheren Anlageformen zu investieren. Möglicherweise planen Sie aber auch, das Kapital so anzulegen, dass jeden Monat ein Teil davon an Sie ausgezahlt wird und Ihre Rente aufbessert. Dafür kommen vor allem drei Produkte in Frage: ein Bankauszahlplan, ein Fonds-Entnahmeplan und eine sofort beginnende Rentenversicherung. Jedes hat seine Vor- und Nachteile. So ist eine Rentenversicherung vor allem eine Wette auf ein langes Leben. Fondsentnahmepläne ermöglichen höhere Renditen als Bankauszahlpläne, sind aber auch riskanter - und oft mit höheren Kosten belastet.
Möglicherweise können Sie mit dem Geld auch noch bestehende Schulden ablösen - siehe oben.
Ausführliche Informationen zum Thema finden Sie im von der Ratgeber "Was ich als Rentner wissen muss", den die Verbraucherzentrale herausgegeben hat. Er ist für 12,90 Euro im Buchhandel erhältlich.



