Fahrradspediteure bringen den eigenen Drahtesel zum Urlaubsort, kosten aber weitaus mehr als der klassische Paketversand. Bei Ferien im Ausland winken die Transport-Spezialisten oftmals ab.
Sieben Millionen Deutsche radeln nach Angaben des Fahrrad-Clubs ADFC gerne in den Ferien. Wer sein Vehikel nicht selber transportieren will oder kann, dem offerieren verschiedene Logistikunternehmen ihre Dienste: Sie holen das Rad an der Haustüre ab, verpacken es im stabilen Papp-Karton und liefern es am Urlaubsort aus.
Schwieriger kommt dagegen der klassische Paketversand. Denn wer ein Rad als normales Paket verschicken möchte, muss das Gefährt so kleinschrauben, dass es in das Standardmaß von 120 mal 60 mal 60 Zentimeter passt. Bei Klapp- und Kinder-Rädern ist das schaffbar, bei großen eher nicht.
Wem es dennoch gelingt, zahlt bei DHL 13 Euro, wenn der Dienst online geordert wird – Abholen beim Versender inklusive. Wird das Paket in einer Filiale aufgegeben, kostet der Transport knapp zwei Euro weniger.
Verglichen damit sind die speziellen Rad-Services deutlich teurer. So verlangt etwa DHL 54,80 Euro für Verpackung und Versand eines Drahtesels. Iloxx berechnet 44,90 Euro, Konkurrent Hermes 45,80 Euro.
Wer bereit ist, selbst zu verpacken, kann bei Hermes und DHL sparen. Dazu sollten die Pedalen abgeschraubt und der Lenker quergestellt sowie Rahmen und Räder mit Karton oder Pappe abgeklebt werden. In diesem Zustand verschicken die Hermes-Boten das Rad für 39,90 Euro quer durch die Republik.
Bei DHL sparen Selbstverpacker 9,90 Euro und kommen so auf 44,90 Euro. Stets allein um die passende Umhüllung kümmern müssen sich Kunden der Berliner Noxxs Logistic GmbH. Dafür locken glatte 39 Euro Versandfestpreis. Aufträge werden nur online oder per Fax entgegengenommen.
Tipp für Do-it-Yourself-Packer: Wer geeignete Kartons sucht, sollte einen Fahrradhändler ansprechen. Die nämlich geben oftmals passende Kartonage gratis ab.
Wichtig ist auch die Lieferzeit. Noxxs Logistic bemüht sich um eine "Regellaufzeit" von einem Tag ab Abholung. Zwei bis drei Werktage wiederum verspricht Hermes, bei Iloxx sind es bis zu fünf Werktage. DHL räumt sich gar zwei Wochen ein, bis die Spedition das Fahrrad endlich bei der Wunschadresse abliefern. Damit ist DHL nicht nur der teuerste, sondern auch der langsamste Anbieter im Vergleich.
Zudem ist bei DHL wie auch bei Ilox der Versand über die Grenze nicht möglich. Hermes dagegen verschickt Fahrräder für sieben Euro mehr nach Österreich, Italien, Frankreich und in die Schweiz. Allerdings auch nur unter einer Voraussetzung: Der Kunde muss eine Reise mit der Deutschen Bahn, die mit Hermes kooperiert, zum selben Ort gebucht haben. Den Auftrag nimmt die Deutsche Bahn an.
Wesentlich teurer kommt eine Auslands-Tour bei Noxxs Logistic: Über die deutsche Grenze hinaus, gibt´s nämlich keinen günstigen Festpreis. So kann der Heimaturlaub eines deutschen Hollandrads durchaus über 130 Euro kosten.
Übrigens: Ein Betrag, der - wie bei der Konkurrenz auch - wohlgemerkt gleich zweimal zu berappen ist. Denn der Rückweg nach Hause ist in den Preisen nicht eingeschlossen. Lohnender ist es da meist, die Strampeltouren mit einem Leihrad am Urlaubsort zu planen.
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