BluRay-Player und HD-Beamer, Sat-Receiver und Playstation3 - ungezählte High-Tech-Geräte fürs Heimkino werden dieses Jahr unterm Tannenbaum liegen. Doch oftmals fehlt etwas für den ungestörten Sehgenuss an den Festtagen. Das hat die Verbraucherzentrale NRW bei einem Blick in die Verpackungen von zehn Herstellern entdeckt. Als Last-Minute-Geschenk für eine gelungene Bescherung empfiehlt sich daher: ein HDMI-Kabel.
Die volldigitale Übertragung von Audio- und Videodaten hat einen Namen: High Definition Multimedia Interface, kurz HDMI. Das Gros neuer Apparate hat einen solchen Anschluss, der per eingestöpseltem HDMI-Kabel für brillante Bilder auf dem LCD- und Plasma-TV (HD-ready, Full-HD) sorgt.
Um die zehn Euro kostet ein einfaches HDMI-Kabel im Handel, Technik-Freaks, die auf hochwertige Ummantelung und goldbedampfte Kontakte schwören, legen auch mal 100 Euro dafür hin. Belohnt werden diese Investitionen mit einem rund sechs mal schärferen Bild: bei BluRay-Filmen, HD-Talk-Shows und Konsolen-Spielen.
Enttäuschung erwartet dagegen all jene, die die neuen Geräte und den Flach-Fernseher mit billigen Scart- und AV-Kabeln verbinden. Das Bild wirkt oftmals weitaus schlechter als beim Röhren-TV.
Umso unverständlicher ist es da, dass die Branche am Heiligabend für reichlich Frust und Verwirrung bei der kauffreudigen Kundschaft sorgt. Denn wer die Geschenkverpackung aufreißt, wird meist nur die weniger tauglichen AV- oder Scart-Verbindungen vorfinden. Lediglich wenige Hersteller spendieren das wichtige HDMI-Kabel.
Das jedenfalls ist das Ergebnis einer Umfrage der Verbraucherzentrale NRW bei zehn Technik-Produzenten, darunter Branchengrößen wie Philips und Pioneer, Samsung und Sony, Medion, Canon und Epson; sowie Receiver-Spezialisten wie Kathrein, Technisat und Topfield.
Für die Kunden bedeutet das im wahrsten Sinne des Wortes Kabelsalat. Pressesprecher Georg Wilde von Philips bestätigt, was möglich ist: Da gibt es in den Läden die neue Gerätegeneration mit altem AV-Kabel. Gleich daneben liegt das Vorgängermodell mit neuer digitaler HDMI-Verbindung in der Schachtel. Beispiel dafür: der Philips Blu-Ray-Player BDP 7500 und sein Nachfolger BDP7500/2.
Auch bei Medion stecken bisweilen HDMI-Kabel im Karton: zumindest bei einigen Monitor-Modellen.
Selbst der Blick auf die Verpackung bringt nicht immer Gewissheit - vor allem für Käufer von Satelliten- und Kabelreceivern. Dieser Produktgruppe liegt in der Regel seltsamerweise ein HDMI-Kabel bei. Dennoch weist etwa Topfield mit keinem Wort darauf hin.
Online-Käufer haben es da besser: Ihnen kann ein Blick ins Datenblatt zum jeweiligen Gerät helfen. Wo unter Lieferumfang nichts vermerkt sei, fehle das HDMI-Kabel, lautet unisono der Tipp der Firmen.
Und das ist mittlerweile oft der Fall. Denn bei den sieben großen Unternehmen in der Umfrage gilt der Grundsatz: Kein Gerät aus der aktuellen Produktpalette wird mit HDMI-Kabel bestückt.
Eine merkwürdige Begründung für die Knauserei liefert Gerrit Gericke: Der Sony-Pressesprecher ist der festen Überzeugung, dass "nahezu jeder Haushalt ein solches Kabel" besitze. Dabei dürfte, so legen Studien nahe, hierzulande erst jeder zweite Haushalt ein Flach-TV mit HDMI-Anschluss besitzen.
Gefühlte 100 Prozent beträgt dagegen die Ausstattung mit überzähligen AV- und Scart-Kabeln. Da erscheint die Cent-Beigabe so sinnig wie eine Badehose für den Weihnachtsmann.
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